Stromtreiber Computer, Fernseher und Spielekonsole

Peter Lustig aus der Kindersendung Löwenzahn hatte recht mit seinem Schlusssatz „Und jetzt abschalten!“. Zu viel Fernsehen ist nicht nur ungesund für Kinder, sondern auch schlecht für die Stromrechnung. Allein 27 Prozent des Stromverbrauchs eines 3-Personen-Haushalts gehen auf das Konto von Fernseher, PC und anderen Geräten der sogenannten Unterhaltungselektronik und Kommunikationstechnik – Tendenz steigen. Noch vor 15 Jahren waren es gerade mal 6,7 Prozent. 

Steigende Gerätezahl und Nutzungsdauer

Die Gründe für den steigenden Stromverbrauch bei Unterhaltungs- und Kommunikationsgeräten sind einfach zu benennen: Die Geräteanzahl in den Haushalten steigt stetig an. Mehrere PCs oder Laptops in einem Haushalt sind längst keine Seltenheit mehr. Gleiches gilt für TV-Geräte, Radios und Soundsysteme. Und bereits jeder vierte Haushalt besitzt eine oder mehrere Spielekonsolen. Auch ganz neue Geräte kommen ständig hinzu, die viele Haushalte vor 10 bis 15 Jahren noch überhaupt nicht hatten. Da wären vor allem die neuen Mitbewohner WLAN-Router, Antennenverstärker oder Tablet-Computer zu nennen. 

Die steigende Nutzungsdauer von digitalen Medien, wie zum Beispiel dem Internet, E-Books oder Computerspielen, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle beim Stromverbrauch. Je nach Mediennutzungsstudie verbringen wir Deutschen zwischen neun und zehn Stunden am Tag mit medialen Inhalten. Seit dem Jahr 2002 hat sich allein die Nutzungsdauer des Internets mehr als verdreifacht. Mittlerweile werden auch verschiedene Medien, wie beispielsweise TV und Handy, parallel zu Hause genutzt. 

Einen Teil der Stromkosten steuern auch die immer größer werdenden Geräte bei, vor allem bei Fernsehern. Zwar sinkt der Stromverbrauch neuer TV-Geräte seit Jahren und die Geräte müssen mittlerweile ein Energielabel mit der entsprechenden Energieeffizienzklasse tragen, doch die Einsparungen werden oft durch immer größere Bildschirme in den Haushalten wieder zunichtegemacht. 

Energiespartipps TV, Audio und Co. 

Es gibt eine ganze Reihe an Möglichkeiten den Stromverbrauch zu reduzieren. Hier geben wir Euch ein paar Tipps, wie Ihr Eure Geräte möglichst energieeffizient nutzt:

  • Stromfresser Stand-by-Modus 

Die meisten Geräte verbrauchen nicht nur während der Nutzung, sondern auch im Stand-by-Modus Strom. Spielekonsolen, DVD-Player, TV und Soundsysteme sollten daher bei Nichtnutzung vom Stromkreis getrennt werden. Am einfachsten geht das mit abschaltbaren Steckerleisten. 

  • Den Energiesparmodus der Geräte nutzen

Grundsätzlich werden PCs und Notebooks mit einem voreingestellten Energiesparmodus ausgeliefert. Im Energiesparmodus verbrauchen die Geräte extrem wenig Strom und lassen sich schnell starten. Genau das Richtige also, wenn Du nur kurz Pause machst. 

  • Nutze das sparsame Gerät 

Um mal eben E-Mails zu checken oder einfach im Internet zu surfen sollte man nicht unbedingt den High End Gaming-Desktop-PC hochfahren. Ist beispielsweise auch ein Tablet-Computer im Haushalt vorhanden, geht es damit genauso gut, verbraucht aber deutlich weniger Strom. Gleiches gilt für das Streamen von Musik-Diensten aus dem Internet. Diese bieten ebenfalls Apps für Smartphones an. Schließt Du Dein Handy über den Audio-Ausgang an Dein Soundsystem an, musst Du nicht extra PC oder Laptop laufen lassen. 

  • Stromsparende Geräte kaufen

Muss es immer das schnellste und leistungsstärkste Gerät sein? Gaming-Desktop-PCs sind nicht nur teurer, sie sorgen oftmals auch für unnötige Stromkosten. Worauf Du beim Kauf achten solltest haben wir hier für Dich zusammengestellt. 

  • Deaktiviere den Bildschirmschoner

Bildschirmschoner sind Energiefresser. Beispielsweise kann ein PC mit einem aufwendigen 3D-Bildschirmschoner bis zu 50 Prozent mehr Energie verbrauchen als im Betrieb ohne Bildschirmschoner. Grund dafür ist die höhere Rechenleistung für die Animationen. Die Bildschirmhelligkeit ist für den Stromverbrauch ebenfalls ausschlaggebend. Sie sollte daher abhängig von der Umgebungshelligkeit auf ein angenehmes Niveau, jedoch nicht übertrieben hoch eingestellt werden.  

  • WLAN nachts deaktivieren

WLAN-Router müssen nachts nicht durchlaufen. Viele Hersteller haben einen sogenannten WLAN-Button an den Geräten angebracht, mit denen das WLAN-Signal an- und abgeschaltet werden kann. Ist Dir das zu umständlich? Prüfe, ob die Benutzeroberfläche des WLAN-Routers eine frei konfigurierbare Nachtschaltung oder Energiesparfunktion hat. 

  • Externe Geräte vom Computer trennen

Oftmals schalten sich externe Festplatten, Laufwerke oder Soundsysteme mit dem Starten des Computers automatisch an, obwohl sie nur selten in Gebrauch sind. Schließe sie nur dann an, wenn Du sie brauchst und trenne sie dann wieder vom Computer, nachdem Du diesen heruntergefahren hast. 

  • Weniger ist mehr

Grundsätzlich sollest Du Dich vor jeder Kaufentscheidung fragen: Brauche ich dieses Gerät wirklich? Wenn Du darauf verzichtest, sparst Du nicht nur Geld, sondern tust auch etwas für die Umwelt. Denn jedes Gerät, das hergestellt wird, verbraucht wertvolle Ressourcen. 

  • Geräte reparieren lassen und Akkus tauschen

Manchmal reicht es schon kaputte Hardware des PCs oder Laptops reparieren zu lassen oder den alten Akku beim Handy auszutauschen. Schon läuft das Gerät wieder wie einwandfrei. 

Quellen: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), die Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung (HEA) und EnergieAgentur Nordrhein-Westfalen