Sparsamen Laptop, Computer oder TV kaufen

Neues Smartphone, schnelleres Tablet, größerer Fernseher: Bei Unterhaltungs- und Kommunikationsgeräten jagt eine Innovation die nächste. Und wir Konsumenten? Wir spielen das Spiel der immer kürzeren Produktlebensdauer der Geräte mit. Der durchschnittliche Produktlebenszyklus eines Mobiltelefons liegt beispielsweise nur noch bei 1,5 Jahren. Das ist weder für den eigenen Geldbeutel, noch für die Umwelt gut. Damit die Anschaffung und die spätere Nutzung der Geräte möglichst umweltverträglich sind, haben wir die besten Tipps zum Kauf von PC, Fernseher und anderen Geräten zusammengestellt. 

Handy: Auch mal nein sagen!

Ständig kommen verbesserte und neuere Handy-Modelle auf den Markt. Da fällt es schwer, sich nicht von den Super-Sonderangeboten der Händler zum Kauf verleiten zu lassen. Aber nur, weil das Design ein wenig anders ist und ein paar neue Funktionen hinzugekommen sind, gleich mehrere Hundert Euro ausgeben? Manchmal tut es gut und wirkt geradezu befreiend sich nicht von dem Konsum-Wahnsinn anstecken zu lassen und auch mal ein oder zwei Jahre länger sein altes Smartphone zu nutzen. Dein Portemonnaie und die Umwelt werden es Dir danken. 

Wenn doch ein neues Smartphone her muss, kannst Du Dich für Geräte entscheiden, die über gute Wartungs- und Reparaturmöglichkeiten verfügen. Fest eingebaute Akkus sind beispielsweise ein No-Go. Ob sich das Smartphone im Fall eines Defekts gut reparieren lässt, hat die Stiftung Warentest unter die Lupe genommen. Das Problem dabei: meist sind die Kosten für Reparaturen sehr hoch.  

Kaufberatung für Fernseher

Neben Technologie, Anschlüssen und Funktionen spielt vor allem die Gerätegröße eine wichtige Rolle beim Kauf eines Fernsehers. Aber Vorsicht: Sehr große Fernseher sind nicht nur in der Anschaffung teuer, sondern verbrauchen auch im Betrieb mehr Strom als kleinere Geräte. Um die richtige Gerätegröße zu ermitteln, ist der Abstand zum Gerät wichtig. Als Faustregel gelten diese Empfehlungen: 

  • 2 Meter Abstand zum TV-Gerät. Empfehlung: 32 Zoll TV-Geräte.
  • Bis 3 Meter Abstand zum TV-Gerät. Empfehlung: 39 Zoll TV-Geräte
  • Über 3 Meter Abstand zum TV-Gerät. Empfehlung: Über 47 Zoll TV-Geräte. 

Energy Label: Seit Ende 2011 müssen Fernseher mit dem EU-Energielabel gekennzeichnet werden. Auf dem Label wird anhand einer Farbskala und mit den Effizienzklassen A+ bis G der Stromverbrauch des TV-Gerätes bewertet. A+ wird für besonders sparsame, G für besonders verschwenderische Geräte vergeben.

Blauer Engel: Eine weitere Orientierung beim Kauf von Fernsehern bietet zudem das Umweltsiegel "Blauer Engel" des Umweltbundesamtes. Voraussetzung für die Vergabe des "Blauen Engels" sind nicht nur ein besonders niedriger Energieverbrauch, sondern auch weitere Umweltkriterien wie der Ausschluss von Blei im Bildschirm und Quecksilber im Gerät.

PC und Laptop: Pflegen, aufrüsten und reparieren

Der PC fährt irre langsam hoch, die Programme starten nicht und von „surfen“ ist im Internet kaum die Rede? Dann muss nicht gleich ein neues Gerät her. Entweder ist der Computer mit unnützen Daten zugemüllt und kaum noch Platz auf der Festplatte vorhanden, Du hast Dir einen Virus eingefangen oder einzelne Hardwarebereiche, wie der Arbeitsspeicher oder die Festplatte, könnten ein kleines Upgrade vertragen. Viele Komponenten lassen sich problemlos austauschen. Schnapp Dir einfach Deinen Laptop oder PC und lass ihn von einem Experten in einem Computer Laden durchchecken. Danach kannst du entscheiden, ob Du wirklich ein neues Gerät brauchst oder nur ein wenig Hardware Tuning. 

PC und Laptop kaufen: Erstelle Dein Nutzungsprofil! 

Grundsätzlich solltest du Dir vor jedem Gerätekauf Gedanken darüber machen, was Du genau mit dem Gerät machen möchtest. Dementsprechend stellst Du ein individuelles Nutzungsprofil zusammen, das Dir bei der späteren Kaufentscheidung hilft. Nutzt Du Deinen Computer nur zum Surfen, für Textverarbeitung und zum Filmeschauen? Dann reicht beispielsweise ein PC oder Laptop mit normalem Prozessor und Grafikkarte im Mittelklasse- oder Einsteigerbereich. Noch weniger Strom verbrauchen sogenannte Onboard-Grafikkarten. Diese Modelle gibt es mittlerweile auch mit allen wichtigen Anschlüssen wie HDMI oder DVI. Vorsicht bei vermeintlich günstigen Lockangeboten bei sogenannten High-End-Computern. Die integrierten Gaming-Grafikkarten sind echte Stromfresser und verbrauchen im Leerlauf allein bereits ca. 15 bis 20 Watt, unter Volllast fressen die Grafikkarten über 100 Watt Leistung. Gerade bei Laptops saugen diese Grafikkarten schnell den Akku leer. 

Stromverbrauch: Mobil schlägt Desktop-Rechner

Mobile Geräte wie Notebooks, Netbooks und Ultrabooks sind hinsichtlich des Stromverbrauchs meist sparsamer als Standgeräte mit externem Bildschirm. Im Allgemeinen sind die Hardware-Komponenten der mobilen Geräte auf eine möglichst lange Akku-Laufzeit ausgelegt. Beim Stromverbrauch rechnet es sich also statt einem Standgerät ein mobiles Gerät zu kaufen. Wichtig ist, dass Du auch bei mobilen Geräten auf stromhungrige Hardware wie leistungsstarke Grafikkarten oder schnelle Prozessoren verzichtest, wenn Du diese nicht benötigst.

Bist Du auf der Suche nach einem besonders sparsamen Computer, solltest Du unbedingt nach Geräten Ausschau halten, die mit dem Umweltzeichen ENERGY STAR ausgezeichnet sind. Im Moment gibt es das Label für Computer, Notebooks, Monitore, Drucker/Kopierer, Multifunktionsgeräte sowie externe Netzteile. http://www.eu-energystar.org.

Alte Geräte sind wertvoll

Im Jahr 2014 ist der weltweit produzierte Berg an Elektroschrott auf fast 42 Millionen Tonnen angewachsen. Für die Herstellung von Handys, Computern und anderen Geräten werden viele wertvolle Rohstoffe und Ressourcen benötigt. Daher ist es wichtig, dass die Altgeräte umweltgerecht entsorgt werden.

  • Was passiert eigentlich mit den ausgemusterten Handy-Modellen? Angeblich sollen rund 120 Millionen alte Handys in deutschen Schubladen liegen. Auf www.handysfuerdieumwelt.de kannst Du Dein altes Handy kostenlos einsenden. Der Erlös wird an Umweltinitiativen gespendet. 
  • Alte Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik sollte unbedingt über die Elektroschrott-Sammlung bei Deinem kommunalem Abfallentsorger abgegeben werden. Nur so kannst Du sicher sein, dass die Altgeräte nicht exportiert werden und beispielsweise in Afrika unter miserablen Zuständen zerlegt werden, um an die wertvollen Rohstoffe zu kommen. Praktisch: Die kostenlose eSchrott-App für Smartphones zeigt Dir den Weg zu Deiner nächstgelegenen Sammelstelle für Elektronik-Altgeräte. http://www.umweltmanager.net/recyclingsuche-app 
  • Wohin mit ungenutzten, aber funktionstüchtigen Handys, Spielekonsolen und Tablets? Verschiedene Onlineportale haben sich auf den Ankauf dieser Geräte spezialisiert. Neben dem eigenen Sparschwein profitiert vor allem die Umwelt, indem die ausgedienten Teile einen neuen Besitzer finden. http://www.bonavendi.de/verkaufen/partner.html 
  • Kann Dein alter Laptop oder Computer noch einem wohltätigen Zweck dienen? Dann Spende ihn! In Deiner Stadt gibt es sicherlich ein Sozialkaufhaus, das die alten und noch funktionstüchtigen Geräte an Bedürftige weitergibt. In Europas erstem gemeinnützigem IT-Systemhaus AfB bringen Menschen mit Behinderungen alte Computer wieder in Schuss und verkaufen diese.